CS Kapitalerhöhung 2015

Die Credit Suisse hat Ende 2015 eine massgebliche Kapitalerhöhung durchgeführt: in einem ersten Schritt wurden 58 Millionen neue Aktien zu einem vereinbarten Preis von CHF 22.75 pro Aktie bei einigen qualifizierten Investoren platziert. Der Brutto-Erlös aus dieser Kapitalerhöhung betrug CHF 1.32 Milliarden. In einem zweiten Schritt wurden knapp 261 Millionen neue Aktien über handelbare Bezugsrechte zu einem Preis von CHF 18,00 pro Aktie an bestehende Aktionäre emittiert. Die Aktien der Credit Suisse sind ua an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Erst nachträglich wurde öffentlich, dass zuvor angeblich unbekannte illiquide Positionen in der „Global Markets Unit“ (der Handelsabteilung) zu einem Abschreiber von USD 258 Millionen im ersten Quartal 2016 führt. Dies nachdem bereits im vierten Quartal 2015 ein Verlust von knapp USD 500 Millionen eingefahren wurde. Die Erträge der Handelsabteilung im ersten Quartal 2016 gingen um bis zu 45% gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres zurück.

Der CEO der Credit Suisse, Tidjane Thiam, behauptete, dass diese Positionen dem Management nicht bekannt gewesen seien. Die Händler hätten innerhalb der Limiten agiert, welche allerdings zu hoch sein könnten. Thiam sprach jedoch selbst von „unacceptable practices“. Demgegenüber erklärte Credit Suisse Verwaltungsratspräsident Urs Rohner den Medien, es habe keine „toten Winkel“ gegeben. Die Frage sei, wie bestimmte Positionen verwaltet, bewertet und behandelt worden seien.

Derartige latente Verlustpositionen hätten nach Ansicht von Schwärzler Rechtsanwälte bei der Kapitalerhöhung offengelegt werden müssen, zumal dies eine wesentliche Information darstellt, welche Anleger von einem (weiteren) Investment in die Credit Suisse abgehalten hätten, zumindest aber eine Relevanz für den Zeichnungspreis gehabt hätten.

Kürzlich wurde wegen diesem Sachverhalt vor einem US-Bundesgericht in New York eine Sammelklage gegen die Credit Suisse eingereicht. Die dortigen Kläger fordern Schadenersatz wegen der mangelhaften Offenlegung von Verlusten in Höhe von fast einer Milliarde US-Dollar, den die Credit Suisse in den Jahren 2015/2016 mit illiquiden Handelspositionen eingefahren hatte. Eine Teilnahme an der Sammelklage ist Anlegern ausserhalb der USA nach ersten Informationen nicht möglich.

Deswegen bieten wir jedem Interessenten, der Aktien der Credit Suisse im Zuge der Kapitalerhöhung Ende 2015 gezeichnet hat, an, sich bei uns zu melden. Wir führen kostenlos eine Erstprüfung hinsichtlich allenfalls bestehender Ansprüche durch und informieren über die Handlungsmöglichkeiten.